Schüssler Salze

Nach seiner Vorstellung beruhen alle Krankheiten auf einer Störung des Mineralstoffhaushaltes. Ein Mensch ist dann gesund, wenn die Zellen ausreichend Mineralstoffe enthalten und ihre Moleküle sich ungehindert bewegen können. Krank wird er durch das Bemühen der Zellen, krankmachende Reize abzuwehren, was zu einem Abbau an Mineralstoffen führt. Die zwölf Funktionsmittel sind anorganische Salze in Verdünnung, wobei Schüsslers Nachfolger auch noch Ergänzungsmittel und Salben hinzufügten. Mit ihrer Hilfe sollen Organfunktionen angeregt, Abläufe reguliert und die Konstitution des Patienten günstig beeinflusst werden.


Die zwölf Schüssler Salze

 

  • Nr.1 Flussspat (Fluorkalzium; Calcium fluoratum) wird insbesondere bei Schwächen des Bindegewebes angewendet. Typische Symptome sind Hämorrhoiden oder Krampfadern. Auch bei Rachitis, Bandscheibenbeschwerden und Ischiasschmerzen ist das Salz einzusetzen.
  • Nr.2 Phosphorsaurer Kalk (Calcium phosphoricum) wird von Schüssler bei Abmagerung und Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Verlangen nach Geräuchertem, nach Salz, nach Pikantem, Unverträglichkeit von Milch, Schmerzen in Knochen und Gelenken sowie bei einer schwachen Wirbelsäule empfohlen.
  • Nr.3 Phosphorsaures Eisen (Ferrum phosphoricum) ist das ausgesprochene Fiebermittel. Hilfreich kann es auch sein bei auffallender Erschöpfung, eventuell bei Abmagerung, Nervosität, Überempfindlichkeit und Unruhe.
  • Nr.4 Kaliumchlorid (Kalium chloratum) ist ein bedeutender Betriebsstoff für alle im Körper befindlichen Drüsen. Darüber hinaus bindet es chemische Gifte und ist gut zur Vorsorge und als Nachbetreuung bei Impfungen einzusetzen.
  • Nr.5 Phosphorsaures Kalium(Kalium phosphoricum) wirkt im Körper wie ein Antiseptikum, das Krankheitskeime und andere Fremdstoffe beseitigt. Als Universalmittel bringt es bei allen seelischen und körperlichen Erschöpfungszuständen die verloren gegangene Energie zurück.
  • Nr.6 Schwefelsaures Kalium (Kalium sulfuricum) wird eingesetzt bei allen chronischen Entzündungen mit eitrigen, gelb-schleimigen Absonderungen und zur allgemeinen Entgiftung. Es sollte immer mit Natrium sulfuricum kombiniert werden.
  • Nr.7 Phosphorsaures Magnesium (Magnesium phosphoricum) ist das biochemische Schmerz- und Entkrampfungsmittel. Als so genannte "heiße Sieben" bringt es vor allem bei kolikartigen und krampfartigen Schmerzen schnelle Linderung.
  • Nr.8 Kochsalz (Natrium muriaticum oder natrium chloratum) hat ein sehr breites Wirkungsspektrum. Bevorzugt benötigt wird es von nervösen, blutarmen, reizbaren Menschen mit gestörtem Wasserhaushalt, geringer Lebensenergie und großer Empfindlichkeit gegen alle Gemütsaufregungen.
  • Nr.9 Phosphorsaures Natrium (Natrium phosphoricum) wird eingesetzt als Neutralisationsmittel bei Übersäuerung. Zudem hilft es bei Stoffwechselstörungen, Sodbrennen und Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis. Meist brauchen es übernervöse Menschen, die auf alles Mögliche sauer reagieren.
  • Nr.10 Schwefelsaures Natron oder Glaubersalz (Natrium sulfuricum) wird für alle Erkrankungen der Organe im Pfortadersystem verwendet. Dazu gehören beispielsweise Diabetes mellitus, Hepatitis und Zwölffingerdarmgeschwüre. Die Patienten sind auffällig kälteempfindlich. gegenüber feucht-nasser Kälte.
  • Nr.11 Kieselsäure (Silicea) gilt als das biochemische Kosmetikum und wirkt auf Haut, Schleimhaut, Haare, Nägel und Drüsen. Silicea spielt auch eine große Rolle als homöopathisches Konstitutionsmittel und wird ebenso bei Eiterungszuständen erfolgreich eingesetzt.
  • Nr.12 Schwefelsaures Kalzium oder Gips (Calcium sulfuricum) wird insbesondere dann angewendet, wenn Eiterungen vorliegen.

 

Zudem wurde die Schüssler- Methode um zwölf so genannte Ergänzungsmittel erweitert, nachdem die Wissenschaft im Laufe der Zeit noch weitere Mineralstoffe im menschlichen Gewebe entdeckt hat.

 

Das richtige Salz finden: Ist ein Patient akut erkrankt, wird man anhand seiner Krankheitsanzeichen herausfinden, welches Salz er benötigt. Bei chronisch kranken Patienten soll durch eine Behandlung mit Mineralsalz der Allgemeinzustand verbessert werden. Um das passende Mittel zu finden, muss der Heilpraktiker den gesamten körperlichen und seelischen Zustand des Patienten beurteilen. Dieäußere Erscheinung des Patienten, sein Verhalten, auffallende Absonderungen und andere Besonderheiten spielen dabei eine Rolle.

 

Markus Siegenthaler